Read Die Verjagten: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts by Jan M. Piskorski Online

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Das Drama des Jahrhunderts Flucht, Deportation, HeimatverlustOb aus konomischen, religisen oder politischen Grnden das Verjagtwerden wurde im Europa des 20 Jahrhunderts zu einer Massenerfahrung und zu einem Drama, das bis heute in vielen Familien nachwirkt Abermillionen von Vertriebenen, Flchtlingen und Entwurzelten wurden im Europa des 20 Jahrhunderts von der Geschichte berrollt Ein lngst berflliges Buch, das nicht aufrechnet, sondern aufklrt.Das 20 Jahrhundert wird auch als Zeitalter der Vertreibungen bezeichnet Durch Europa strmten bereits um den Ersten Weltkrieg Wellen von Menschen, die vor ethnischen Verfolgungen flohen Am Ende des Jahrhunderts wurden Zwangsmigrationen vor allem durch den Zusammenbruch des kommunistischen Systems ausgelst Piskorski legt mit seinem preisgekrnten und auf breiter Quellen und Literaturbasis geschriebenen Buch die erste europische Geschichte des Zeitalters der Vertreibungen vor Er spricht vom Exodus der Serben 1915, von den sowjetischen Deportationen der 1930er und 1940er Jahre, den Vertreibungen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, von der Evakuierung von Kindern aus dem von Bombenangriffen bedrohten London, von der Flucht der Italiener aus Istrien nach dem Krieg und schlielich vom Zerfall Jugoslawiens am Ende des 20 Jahrhunderts Ein leidenschaftliches, mahnendes, mitunter auch provokantes Buch, das man nicht unberhrt aus der Hand legt....

Title : Die Verjagten: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts
Author :
Rating :
ISBN : B00DTRC798
ISBN13 : -
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Siedler Verlag 26 August 2013
Number of Pages : 373 Pages
File Size : 964 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Verjagten: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts Reviews

  • comp
    2019-05-04 01:25

    Piskorski gelingt es nach meiner Meinung, die Flucht und die Vertreibungen in Europa neutral im Sinne der Nationalität des Authors bzw. des Lesers darzustellen. Er beschreibt die Ursachen und zeigt auf, dass wir unsere Lektion noch immer nicht gelernt haben und vielleicht auch so schnell nicht lernen werden, ich glaube, nirgendwo auf der Welt.In der Politik werden Menschen oft nur als Zahlen begriffen, die zu groß, zu klein oder an der falschen Stelle sind. Piskorski versucht den Zusammenhang zwischen diesen Zahlen und den Menschen wieder herzustellen. Und plötzlich entdeckt man, dass die Ursachen dieser Katastrophen nicht verschwunden sind, sondern meist nur zu vereinzelt auftreten, um kritisch zu werden.

  • Patrick
    2019-04-20 02:13

    Es war ein Geburtstagsgeschenk und mein Opa war mehr als begeistert. Er hat hat seinen Freunden gleich weiter empfohlen. Liest sich sehr einfach und schnell.

  • commentator
    2019-05-06 06:37

    In diesem Buch geht es um das Schicksal, Ueberleben und Sterben jener 60 Millionen Menschen, die während der europäischen Konflikte von 1900 bis 1995 aus ihrer ursprünglichen Heimat verjagt wurden und fliehen mussten. Insofern ist es – vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik – ein aktuelles Buch. Dem Verfasser, dem polnischen Historiker Jan Piskorski, ist im Prinzip zu danken, dass er sich mit grosser Energie und Schaffenskraft an dieses Thema herangewagt hat. Allein, das Buch, das ein historisches Sachbuch will, vermag die Erwartungen nicht zu erfüllen. Im Gegenteil: es irritiert, es verärgert, es ermüdet. Wie das? Nun, vielleicht zuerst zum Sachlichen: Nach einer kurzen Betrachtung darüber, was eigentlich ein Flüchtling ist, und dass das Verlassen der Heimat ein weites Spektrum von Motiven und Phänomenen abdeckt, angefangen bei der mehr oder weniger freiwilligen, geplanten und ordnungsgemäss ablaufenden Aussiedlung bis zum chaotischen Davonrennen im Granatenhagel, geht der Autor strikt chronologisch vor. Er richtet zuerst seinen Blick auf die Balkankriege, dann auf den Ersten, den Zweiten Weltkrieg, schliesslich – fast schon etwas episodisch – auf die Zeit nach 1945/49, die allerdings in weniger als 20 Seiten abgehandelt wird. Der Fokus ist immer auf den Flüchtlingen selbst, auf dem, was sie erleben, was ihnen widerfährt, wie ihnen zumute ist. Es geht um Chaos und Gewalt, um Hunger und Durst, um Gefühle von Verlust, Angst und Scham. Dabei wird im Text eine Vielzahl von Quellen zitiert, auch literarische. Weitgehend im Hintergrund, bleibt dagegen weshalb es überhaupt zu diesen Fluchten kam. Wie haben staatliche Behörden Flucht erleichtert oder behindert? Wie wurden Um- und Aussiedlungen organisiert? Was spielte die „hohe Politik“ für eine Rolle? Fluchtbewegungen haben Ursachen und Verantwortlichkeiten; sie sind keine Naturkatastrophen, die einfach hereinbrechen, sondern sie sind menschengemacht. Von einem historischen Sachbuch kann man erwarten, dass es diese Punkte aufnimmt; Geschichtsforschung und Geschichtsschreibung soll auch Hintergründe erhellen. Der zweite Fokus des Buchs liegt auf Polen und der polnischen Erfahrung mit Flucht und Vertreibung. Diese ist in der Tat ja reichhaltig, schon im Ersten Weltkrieg, dann aber insbesondere im Zweiten Weltkrieg. Der Autor kennt das Dossier gut, inklusive Bezüge in der eigenen Familiengeschichte. Es ist ihm zugute zu halten, dass er als Pole trotz dieser Fokussierung nicht in sentimentale Rührseligkeit und Nationalismus inklusive Opferkult verfällt. Dennoch: Auf die Dauer wird diese Referenz aufs Polnische schon etwas bemühend – und wirkt streckenweise auch konstruiert. Die Fokussierung auf Polen bringt es zwar mit sich, dass das Schicksal der Deutschen östlich von Oder und Neisse ausführliche Behandlung findet. Aber andere Flüchtlingsdramen nach 1945 – etwa der Aussiedlungen und Vertreibungen der Deutschen aus der Tschechoslowakei und den Balkanländern, das der Ungarn, Italiener, Finnen etc. – werden vernachlässigt und nur oberflächlich gestreift, wenn überhaupt.Das Buch bietet eine ganze Reihe von interessanten Einsichten. So geht heute im Narrativ über den deutschen Exodus aus den nach 1945 an Polen fallenden Gebieten oft verloren, dass viele Deutsche, die im Winter 1944/45 vor der sowjetischen Armee nach Westen geflohen waren, einige Monate später, nach dem Ende der Feindseligkeiten, in ihre Dörfer und Häuser zurückzukehren suchten – zum Teil sogar auf Veranlassung oder Befehl der sowjetischen Militärbehörden des Ortes, an dem ihre Flucht geendet hatte. Wenige Monate später wurden sie dann allerdings wieder von den polnischen Behörden vertrieben, die ihrerseits mit Einwilligung der Sowjets handelten. Fachkräfte wurden allerdings oft zurückgehalten, und noch in den fünfziger Jahren versuchten die polnischen Behörden deutsche Facharbeiter, die ursprünglich aus Schlesien oder Pommern stammten, nun aber in der damaligen DDR und der Bundesrepublik lebten, zur Rückkehr zu bewegen. Interessant ist auch die These, dass der Antisemitismus erst am Kriegsende seine volle Wirksamkeit entfaltete, als das III. Reich bereits untergegangen war, insbesondere in Polen, möglicherweise aber auch anderswo. Erst die Verrohung durch den Krieg bereitete den Boden, auf dem die antisemitische Propaganda sich wirklich voll entfalten konnte. Die Ueberlebenden standen der Schoah mit Gleichgültigkeit gegenüber, abgestumpft durch das Leiden und Elend, und voller Feindseligkeit gegenüber den Juden, die das Inferno überlebten und zurückkehrten und möglicherweise sogar Ansprüche stellten.Doch diese Gewinne, die man aus der Lektüre des Buchs ziehen könnte, werden zunichte gemacht durch zwei Umstände: Einerseits ist da ein salopper, um nicht zu sagen schlampiger Umgang mit Fakten und Begrifflichkeiten. Das weckt den Verdacht, dass auch andere Fakten, die im Buch vorkommen, mit der gleichen Nonchalance behandelt worden sind. Einige Beispiele? Gemäss Buchdeckel ist der Autor „…einer der profiliertesten polnischen Historiker“. Von einem profilierten Historiker sind aber Sätze wie folgende im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs doch recht irritierend: „Wie … bei Kriegen so üblich…, wusste man nicht, wie lange er dauern würde, war aber voller Zuversicht, dass der Einsatz von Flugzeugen und Panzern eine schnelle Entscheidung an der Westfront herbeiführen würden.“ (S. 51) Panzer – 1914, als der Krieg ausbrach?? Die kamen bekanntlich erst 1916 ins Spiel. Flugzeuge? Na ja, es gab sie. Doch niemand meinte wohl 1914, diese hätten eine kriegsentscheidende beziehungsweise kriegsverkürzende Wirkung – was sie ja auch nicht hatten. Dann: die Eroberung Griechenlands und Jugoslawiens an der „… Jahreswende 1940/41“. Mit Verlaub: April/Mai ist nicht mehr wirklich Jahreswende. Weiter auf S. 104: Der Autor schreibt von der „amerikanischen ‚Times‘“….meint er nicht die englische „Times“? Schliesslich auf S. 263: Fiorello La Guardia, 1946/47 Chef der internationalen Flüchtlingsagentur UNRRA und langjähriger Bürgermeister von New York, wird als „…Konservativer“ bezeichnet, wohl, weil er Mitglied der amerikanischen Republikanischen Partei war. Doch Republikaner in den vierziger Jahren sind nicht notwendigerweise mit den Republikanern der Aera Trump gleichzusetzen. La Guardia war ein überzeugter New Dealer und damit ein enger Weggefährte des Präsidenten Franklin D. Roosevelt…der ja wohl kaum als Konservativer durchgehen würde. Und so weiter und so fort.Was aber das Buch wirklich zu einer mühsamen Lektüre macht, ist die Unorganisiertheit des Textes. Der Sprachfluss ist an vielen Stellen nicht gegeben, die Sätze sind sperrig und gezeichnet durch verblüffende Wendungen, die keineswegs zur Spannung beitragen, sondern einfach nur Verwirrung auslösen. Das mag zum Teil daran liegen, dass das Werk eine Uebersetzung aus dem Polnischen ist. Aber es wäre zu einfach, die Schuld für die schwierige Lektüre einer unzulänglichen Uebersetzung zuzuschieben. Das Problem ist struktureller Natur: Das Buch hat nur sechs Kapitel, wobei eines Einleitung und eines Ausblick ist. Das Kapitel zum Zweiten Weltkrieg und seinen Folgejahren umfasst 208 Seiten – es macht somit den Hauptteil des Buches aus. Es fehlen Unterkapitel und formale Unterteilungen, auch wenn es gewisse thematische Clusters samt Chronologie gibt. Doch der Text wirkt meist merkwürdig ungestalt; inmitten der Schilderungen von Grausamkeiten und Vertreibungen stehen banal-schulmeisterliche Sätze wie „Der eine verliert, der andere macht Profit….Das Beispiel des „Dritten Reiches“ ist hier sehr lehrreich.“ (S.153); die Informationen ergiessen sich ohne sachliche Ordnung einfach über den Leser. Es kommt zu abrupten Themenwechseln, unvermittelt werden längere Exkurse eingeschoben, die mit dem Erzählstrang nichts zu tun haben oder bei denen man sich fragt, ob sie nicht eine prominentere und ausführlichere Behandlung für sich alleinstehend verdient hätten (z.B. zu den Schätzungen und Doppelzählungen von Opfern, S. 213ff.). Das Buch ist über weite Strecken ein ermüdender Textbrei. Schade! Das Thema, aktueller denn je, hätte eine wesentlich sorgfältigere Behandlung verdient.

  • M.Forys aus Müllenbach
    2019-05-01 00:15

    Vielleicht hilft dieses Buch zu verstehen und relativieren die Ereignisse vom vorigen Jahrhundert. Fast alle in Europa waren betroffen, jeder kenneinen der vertrieben war. Natürlich ist dieses Buch erst Polnisch-Deutsch, aber es gibt auch nützliche Information über Südeuropa/Griechenland etc. und Balkan und sogar bisschen aus Baltikum und Finnland.Werde allen Interessierten empfehlen, auch hier weit von deutschen Vertriebenen Fluchtziele oder Spüätaussiedlerzentrums.

  • Christian Döring
    2019-05-11 05:31

    Auf dieses Buch habe ich lange gewartet. Viel habe ich erwartet und enttäuscht wurde ich nicht. Meine eigenen Großeltern gehören selbst zu den "Verjagten" Als Bessaraber mussten auch sie ihre Heimat verlassen und wurden nie wieder an einem anderen Ort heimisch. Als Kind und Jugendlicher habe ich eine Vielzahl von Geschichten aus der alten Heimat aus ihrem Munde gehört. Manchmal klangen diese Geschichten fremd, vielleicht sogar wie aus einer anderen Welt.Der polnische Autor nennt in seinem vorliegenden Werk Ross und Reiter. er stellt große politische Zusammenhänge klar dar und beschreibt beinah in sehr persönlichem Ton wie das 20. Jahrhundert zum schlimmsten Jahrhundert der Flucht und Vertreibung kam. er begrenzt sein Werk nicht nur auf den II. Weltkrieg, er bezieht den I. mit ein.Stellenweise habe ich beim Lesen vergessen, dass es ein politisch-geschichtliches Sachbuch ist und habe die Generation meiner Großeltern deutlich vor mir gesehen. Jan M. Piskorski hat der Flüchtlingsgeneration mit seinem Buch ein längst überfälliges Denkmal gesetzt!

  • Maring
    2019-04-25 06:38

    Ein Buch, das einen erschüttert. Wie kann man als Autor beim Recherchieren und Schreiben all diese Gräuel aushalten?! Der Leser verliert schier die Übersicht, man schämt sich, dass man so vieles nicht weiß, man wird klein, winzig vor den Mächten, die da gewütet haben und immer noch wüten.Man kann Prof. Piskorski nur bewundern, wie es ihm gelungen ist, so viel Material zusammenzutragen und dabei so objektiv/nüchtern (auch gegenüber seinem Vaterland Polen) geblieben zu sein. Wie gesagt: Das Buch erschlägt einen mit seiner Fülle. Wirklich so viele Verbrechen, die wir "erfolgreich" verdrängt haben?

  • M. Schubert
    2019-04-23 06:31

    War ein Geschenk an meine Mutter und ist sehr gut angekommen!Meins wäre es zwar nicht, aber für alle die auf Geschichte stehen!Passt es!

  • depi
    2019-04-27 22:39

    Ich bin nicht vom Fach und habe über das Thema auch noch nicht viele Bücher gelesen. Dieses hier ist sehr ausführlich, erschien mir aber nach einiger Zeit etwas ermüdend mit den viele Zahlen. Und tw. - vielleicht lag es an mir und meiner abendlichen Müdigkeit - hatte ich nicht mitbekommen, dass der Autor von einem Absatz zum nächsten die Region gewechselt hatte. Das entspricht bestimmt ganz gut der damaligen Situation, erschwert aber das Verständnis.